Bienenweide

Nicht nur für unsere Honigbiene, auch für Wildbienen ist es überlebenswichtig, dass das ganze Jahr über nektar-und pollenspendende Pflanzen blühen. So genannte „Trachtlücken“, wie sie im Sommer nach dem Abblühen der Linde vorkommen, können den Bienen schwer schaden. Die beste Versicherung dagegen ist eine große Artenvielfalt blühender Pflanzen. Blühende Randstreifen, Hecken und Flächen, die Bienenweidepflanzen als Zwischenfrucht anbieten, können eine große Verbesserung sein. Aber auch jeder Gartenbesitzer kann durch eine sinnvolle Pflanzenwahl den summenden Gästen etwas Gutes tun.

Die Schaffung von „Bienenweide-Fließbändern“, also Pflanzenzusammenstellungen, die das ganze Jahr über ein Trachtangebot für die Bienen bieten, sind wertvoll und notwendig. Hierbei kann jeder seinen persönlichen Beitrag leisten, unabhängig davon, ob er als Landwirt große Flächen bewirtschaftet, als Hobbygärtner seine Blumenrabatten pflegt oder als Balkonbesitzer ein paar hübsche Blumenkästen bepflanzt.

 

Nicht jede Blume bietet Nektar oder Pollen

Diese Tatsache wird erst bei genauerem Hinsehen deutlich: Viele unserer Zierpflanzen sind Züchtungen, bei denen die Staubgefäße zugunsten zahlreicherer Blütenblätter rückgebildet sind. Dies ist bei vielen gefüllt blühenden Zierpflanzen, von der Rose bis zum Ranunkelstrauch, der Fall. Auch Exoten, die in unseren Breiten als Zierpflanzen eingeführt wurden, haben der heimischen Insektenwelt oftmals wenig zu bieten. Leider ist dies meistens nicht auf den ersten Blick zu erkennen, so dass für uns prächtig aussehende Beete, mit Bienen- oder Schmetterlingsaugen betrachtet, viel weniger attraktiv sind.

 

Wir möchten Sie dazu ermutigen, sich vor neuen Pflanzungen über die Blüteneigenschaften zu informieren. Gerade langlebige (und damit zum Teil auch kostspielige) Neupflanzungen, wie etwa Hecken, können viel mehr Freude bereiten, wenn bei der Planung auch an erwünschte Blütenbesucher gedacht wurde, die zudem durch die Bereitstellung geeigneter Nist- oder Überwinterungshilfen (Wildbienenhotels, Hummelkästen, Schmetterlings- und Florfliegenkästen) auch dauerhaft im eigenen Garten angesiedelt werden können.

TrachtNet: Blühphasen-Monitoring

 

Das Fachzentrum Bienen und Imkerei Mayen sammelt ab 2013 Beobachtungen zum Blühbeginn, der Blühdauer und dem Blühende der wichtigsten Trachtpflanzen. Diese sollen dann zur Entwicklung der Bienenvölker und eventuell auch zur Varroaentwicklung in Beziehung gesetzt werden. Zudem sollen eventuelle Auswirkungen des Klimawandels auf die Bienen längerfristig dokumentiert werden. Auf der Basis der eingehenden Daten wird die Agrarmeteorologie Rheinland-Pfalz ein Prognosemodell zur Blühvorhersage entwickeln. Meldung und näheres hier